Portrait von Joël Meier
Joël Meier
Consultant @Gridonic
May 22, 2019 4 min read

Conversion Optimierung in Webshops

Das Erreichen einer hohen Conversion Rate gilt als eines der wichtigsten Ziele beim Betreiben eines Webshops. Dies bedingt einem einwandfreien Zusammenspiel verschiedener Funktionalitäten und kann mit zielgerichteten Massnahmen wesentlich optimiert werden.

1. Individualisierte Shopping Experience bieten

Dank einer anhand des Benutzerverhaltens individualisierten Shopping Experience steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer ein für ihn passendes Produkt entdeckt. Einem Benutzer, der sich in einem Onlineshop für Laufschuhe interessiert, sollten beim Durchstöbern der Seite weitere Laufschuhe oder Verwandte Artikel wie Jogging Socken oder Trinkflaschen angezeigt werden. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit eines Kaufabschlusses einerseits, andererseits können Potenziale des cross-selling ausgeschöpft werden.

Beispiel von individualisierten Produktempfehlungen auf dem Webshop von Adidas.
Beispiel von individualisierten Produktempfehlungen basierend auf bisher besuchten Artikeln auf dem Webshop von Adidas.

2. Schnelles Einkaufen mit Gast-Checkout ermöglichen

Der Zwang zur Registrierung auf einer Webplattform schreckt viele Benutzer ab und erhöht das Risiko von Kaufabbrüchen. Dank einem schnellen Gast-Checkout kann dieses Risiko minimiert werden.

3. Auf einen einfachen Checkout-Prozess achten

Die Zeit von Online-Käufern ist begrenzt. Heute geschieht ein Kauf oft während einer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder über die Mittagspause. Der Checkout-Prozess sollte sich daher auf das Wesentliche fokussieren und in maximal drei Schritten abgeschlossen sein. Im Optimalfall bietet Ihr Webshop seinen wiederkehrenden Kunden sogar die Möglichkeit, einen Kaufabschluss mit nur einem Klick zu tätigen «one-click-checkout».

Beispiel eines one-click-checkout auf digitec.ch
Beispiel eines one-click-checkout auf digitec.ch

4. Keine versteckten Kosten

Insbesondere eine undurchsichtige Preisgestaltung ist für Online-Shopper frustrierend und kann vor dem Bezahlvorgang zu Kaufabbrüchen führen. Die Faustregel lautet deshalb: Keine versteckten Kosten! Der Totalbetrag der Bestellung sollte so früh wie möglich im Kaufprozess abgebildet werden.

5. Marketing Automation einsetzen

Individualisierte Mailings sind ein probates Mittel, um das Interesse von Webseitenbesuchern wieder zu wecken. Denkbar sind beispielsweise der Versand von Promotionen für bestimmte Produkte, für welche sich der User zuvor im Webshop interessierte, oder auch das Zustellen von Rabatt-Codes an User, die zuvor einen Kauf im Checkout abgebrochen, um sie zum Kaufabschluss zu bewegen. Für die Effektivität ist es wichtig, dass die Emails einen für den Empfänger offensichtlichen Nutzen stiften.

Beispiel eines automatisch versendeten Emails im Anschluss an einem Kaufabbruch im Webshop von GOAT.
Beispiel eines automatisch versendeten Emails im Anschluss an einem Kaufabbruch im Webshop von GOAT.

6. Flexible Lieferoptionen anbieten

Die Kunden von heute haben verschiedenste Gewohnheiten und erwarten viel Flexibilität. Dies ist insbesondere für die Lieferoptionen enorm wichtig. Erwartet werden eine Fülle an Optionen wie zum Beispiel die Auswahl des Liefertages, die Zustellung in einen Paketautomaten oder die Möglichkeit der Abholung. Nur wenn der Onlinekauf für den User keine zusätzlichen Umstände mit sich bringt, wird der Interessent auch zum Käufer.

7. Vertrauen vermitteln

Nach wie vor sind Einkäufer skeptisch, wenn sie sensible Daten wie ihre Kreditkarteninformationen preisgeben. Dies trifft insbesondere zu, wenn es sich um eine für den User bisher unbekannte Plattform handelt. Vertrauensstiftende Elemente wie zum Beispiel das Anzeigen der Logos von weit verbreiteten Zahlungsdienstleistern wie Visa oder Mastercard, oder sogenannte trust-Badges (z.B. von Symantec) können dem Kunden die Angst beim Kaufabschluss nehmen und erhöhen so die Wahrscheinlichkeit einer Conversion.

Beispiel von Trust badges, wie sie auf dem Webshop des Elektronikanbieters Digitec zu sehen sind.
Trust badges auf dem Webshop des Elektronikanbieters Digitec

8. Verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anbieten

Die Vorlieben punkto Bezahlungsmittel sind unter den online Einkäufern sehr unterschiedlich. Um den Ansprüchen möglichst aller Benutzer gerecht zu werden, sollte das Bezahlen mit unterschiedlichsten Mitteln ermöglicht werden. Zwar ist in der Schweiz das Bezahlen per Rechnung nach wie vor die am weitesten verbreitete Zahlungsart, doch auch mobile Bezahlmöglichkeiten wie TWINT, PayPal und sogar das Bezahlen mit Cryptocurrencies wie Bitcoin sind auf dem Vormarsch. Die Möglichkeit, das Zahlungsverfahren eines Benutzers für die nächste Bestellung zu hinterlegen, ist ein zusätzliche Möglichkeit, die Prozesse beim Kaufabschluss zu vereinfachen.

9. Die shopping experience laufend optimieren

Die Gründe, warum Benutzer keine Produkte in den Warenkorb legen oder gar einen Checkout abbrechen, sind mannigfaltig und oftmals alles andere als offensichtlich. Daher ist es umso wichtiger, das Benutzerverhalten über sämtliche Touchpoints zu analysieren, um wichtige Insights zu erhalten und Optimierungspotentiale zu identifizieren. Der Erfolg eines digitalen Absatzkanals kann nur sichergestellt werden, wenn die Performance laufend analysiert und Massnahmen zur Verbesserung der Experience vorgenommen werden. Natürlich können Verhaltensdaten auch für data driven Marketing interessant sein. Respektieren Sie dabei aber jederzeit die Privatsphäre Ihrer Kunden und halten Sie sich an die aktuellen Datenschutzverordnungen.