Gaby Jenni
Strategist
Sep 21, 2021 4 min read

Gridonic an der 10. FrontConference

Dieses Jahr fand die FrontConference bereits zum 10. Mal statt und wir waren wieder mit von der Partie – als Team und als Sponsoring Partner. Zu fünft liessen wir uns während zwei Tagen von spannenden Talks inspirieren und vom sensationellen Catering verwöhnen. Und nun stellen wir euch unsere wichtigsten Take-Aways von der diesjährigen Konferenz vor.

Designing Systems von David Aerne

Styleguide oder Designsystem? Designsysteme sind heutzutage in aller Munde und jeder grosse Online-Anbieter entwickelt seine eigene Version, sein Meisterwerk. Ein Designsystem ist aber mehr als nur ein Branding-Tool. Es muss den Graben zwischen Design und Entwicklung überbrücken. In seinem Talk stellt uns David seine Best Practices für die Entwicklung und Implementierung von sogenannten “token-basierte” Designsysteme vor. Diese Design-Tokens fungieren nicht nur als eine gemeinsame Sprache zwischen Designern und Entwicklern, sondern schaffen auch ein gegenseitiges Grundverständnis über die visuellen Aspekte unseres digitalen Produkts. Wir testen das jetzt mal in unserem Designsystem!

Don’t trust the process von Dan Nessler

Wenn es darum geht, Probleme zu bewältigen und Lösungsansätze zu konzipieren, verlassen wir uns auf unzählige Prozessmodelle, Methoden und Rahmenwerke. Obwohl sie auf dem Papier und in der Theorie grossartig sind, scheitern wir bei der Anwendung solcher Ansätze immer wieder aufs Neue. Wie können wir als Team besser zusammenarbeiten und Grossartiges leisten? Dan zählt drei Grundpfeiler auf:

  1. Einzigartigkeit. Jeder Kunde und jede Herausforderung sind einzigartig. Umso wichtiger, nicht nur Projekte auf den Kunden oder die Herausforderung massgeschneidert zu konzipieren und zu realisieren, sondern auch unsere Zusammenarbeit.

  2. Die Macht der Teams. Indem wir alle Beteiligten von Anfang an in ein Projekt einbeziehen, gewinnen wir mehr, als wir investieren: Effizienz. Qualität. Spaß.

  3. Kreativität und Innovation. Ein modularer Ansatz bietet eine Spielwiese für Ideen. Wichtig ist  ein gemeinsames Verständnis eines Problems, auf das wir zielgerichtet hin arbeiten.

The Deliberate Practice of Boredom von Jeannie Huang

Wir verwenden einen Grossteil unserer geistigen Energie darauf, unsere Zeit zu optimieren oder unsere kreative Produktivität zu steigern. Als Senior Product Designer bei Behance weiss Jeannie, wie zentral Kreativität für ihre tägliche Arbeit ist. In ihrem Talk plädiert sie aber darauf, dass Langeweile notwendig, ja sogar entscheidend für die kreative Arbeit ist. Sie betont, dass kein menschliches Wesen und kein System darauf ausgelegt ist, permanent zu 100% ausgelastet zu sein. Stellt euch eine Autobahn vor, die zu 100% ausgelastet ist: keine Räder würden rollen, das System würde zusammenbrechen. In ihrem Talk gibt sie uns einige praktische Tipps mit an die Hand, wie wir Langeweile aktiv in unseren kreativen Prozess einbauen können. Ab sofort, nehmen wir uns täglich 5 Minuten Zeit uns zu langweilen.

Building the Web in a Climate Emergency von Chris Adams

Chris Adams, Gründer der Green Web Foundation, stellt uns anhand von dem “GOLD”-Prinzip vor, welchen Beitrag wir als Technologieexperten zu einem nachhaltigeren Web leisten können. G wie grüner Strom zum Betreiben von Data Centers, zur Herstellung von Computern und Smartphones. O für Open wie Open Compute Servers, oder auch offene Grenzen für nachhaltige Server Designs. L für Lean: Ziel hier wäre, die Lebensdauer von Computer und Smartphones zu verlängern, damit weniger neue Geräte produziert werden müssen. D für Distributed — und zwar zeitlich und global. Website-Aufrufe werden über jene Server geroutet, in deren Stromnetz gerade am meisten grüne Energie fliesst.

How To Make Loveliness — the HTML Treasure Hunt von Bruce Lawson

Die erste Website der Welt erfüllte praktisch alle Anforderungen, wenn es sich um Accessibility dreht: Sie passte sich perfekt an die unterschiedlichen Bildschirmgrössen an, mit schwarzer Schrift auf weissem Grund waren gute Kontraste gewährleistet und man konnte sie einfach mit dem Keyboard bedienen. Doch dann wurden Designwelten geschaffen und wir haben fixe Breiten eingeführt, inkompatible Fonts verwendet und schlechte Kontraste gewählt. Kurz gesagt: wir haben das Web “verhunzt”. Als einer der Co-Autoren der HTML5.3-Spezifikation bei W3C propagiert er, sich mehr auf eine einfache Code-Basis zu fokussieren und nicht mit grossen Kanonen auf Spatzen zu schiessen. Denn wenn man schon zu Beginn ein Problem auf die komplexeste Art und Weise zu lösen versucht, verbaut man sich so die Zukunft des Codes.

Bis zum nächsten mal und “Stay in Front”

Dies sind nur einige ausgewählte Einblicke in die spannende Welt der 10. FrontConference. Getreu nach unserem Motto “Stay in Front” bleiben wir aber auch abseits der Konferenz am Ball, was UX / UI Design und Frontend anbelangt.