Dimitri Wittwer
UX Director, Partner
Oct 06, 2022 3 min read

Hick's law

Du stehst vor einem Regal Pasta im Coop und kannst dich kaum entscheiden oder du suchst auf Galaxus den neuen Staubsauger aus und hast nach 30 Minuten mehr Fragen als Antworten. Das ist ein typischer Fall von Hick's Law, was besagt, dass je grösser die Anzahl und Komplexität eine Auswahl zu treffen, umso länger brauchst du Zeit eine Entscheidung zu treffen.

Also was genau ist das Hick’s Law?

Hick's Law oder Hick-Hyman Law ist nach dem Britischen und Amerikanischen Psychologen William Edmund Hick and Ray Hyman benannt. Im Jahr 1952 haben die beiden Psychologen die Beziehung zwischen der Anzahl vorliegender Stimuli und der Reaktionszeit auf einen bestimmten Stimulus untersucht. Eigentlich nicht wirklich ĂĽberraschend war das Ergebnis:

"The more stimuli to choose from, the longer it takes the user to make a decision on which one to interact with."

Was bedeutet das Hick’s Law also fürs UX Design?

Die Herausforderung liegt also darin, den Entscheidungsfindungsprozess so kurz und einfach wie möglich zu machen. Je mehr Optionen es gibt, desto länger braucht der User um sich zu entscheiden und desto grosser ist letztlich das Risiko, dass der User die Seite wieder verlässt oder das Browserfenster unverrichteter Dinge schliesst.

Aus diesem Grund sollte der UI Designer ein paar Grundregeln befolgen:

  1. Wenn die Antwortzeit kritisch ist, sollte die Anzahl Auswahlmöglichkeiten möglichst minimal sein. I.d.R. ist die Antwortzeit am Anfang der User Journey sehr kritisch. Je mehr der Nutzer sich mit dem Inhalt auseinandersetzt desto weniger kritisch ist die Antwortzeit.

  2. Damit der kognitive Aufwand tief gehalten werden kann, sollten grössere oder komplexere Tasks in kleine Schritte unterteilt werden (ein gutes Beispiel sind hier z.B. Formulare).

  3. Existieren mehrere Optionen, kann die empfohlene Auswahlmöglichkeit gehighlighted werden. Das hilft die Entscheidungsfindung zu kürzen. 

  4. Bei Webapplikationen oder etwas komplexeren Webseiten Funktionen kann "Progressive Onboarding" hilfreich sein die kognitive Aufwand möglichst gering zu halten.

  5. Vereinfachen ist gut, aber es kann auch derart stark vereinfacht werden, dass das Resultat zu abstrakt wird, was ebenfalls nicht mehr hilfreich ist.

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